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Nouruz 2011

Samstag, 26. März 2011
Nouruz wird als Fest des Frühlings in Zentralasien und dem Vorderen Orient begangen. Und obwohl jede Nation ihre besonderen Traditionen hat, fand doch die Idee einer gemeinsamen Feier von Kirgisen und Kasachen fern der Heimat gleich besondere Resonanz im Deutsch-Kirgisischen Kulturverein und in der Deutsch-Kasachischen Gesellschaft. Es war für uns eine große Chance, sowohl den völkerverbindenden Charakter des Festes zu betonen als auch die Berliner mit der Kultur Zentralasiens bekannt zu machen. Und mit dem Gastspiel des kasachischen Folklore-Ensembles TURAN gab es eine einmalige Möglichkeit, dieses Fest mit einem großartigen Musikerlebnis zu krönen.

Zur Feier in der Landesvertretung des Freistaats Thüringen im Herzen der Hauptstadt zeigte Gulnura Mukashanova aus Kasachstan moderne Grafik (sie arbeitet zur Zeit an der UdK Berlin), Asel Temiralieva präsentierte kirgisisches Filz-Arbeiten, es gab eine kleine Fotoausstellung mit interessanten historischen Fotos aus Kirgisistan von Jürgen Rudow, dem bekannten Ethno-Filmer aus Berlin, und von Aufnahmen aus dem modernen Kasachstan. Auch ein kleines Buffet mit Kostproben der kasachischen Küche und echtem Kumys fehlte nicht.

Höhepunkt des Festes war natürlich die beeindruckende Darbietung der Gruppe TURAN – die Zuhörer waren hingerissen von der Mischung traditioneller Volksmusik mit modernem Arrangement, von der künstlerischen Meisterschaft und der Genauigkeit, mit der die Lautmalerei auf den historischen Instrumenten einen Eindruck von der Natur und dem Leben der Menschen im Tien-Schan und in den endlosen Steppen Kasachstans vermittelte. Wir wurden Zeugen einer Wolfsjagd, begleiteten Schwäne auf ihrem Flug, folgten den Pferderennen der Dshigiten und den Wanderungen der Nomaden auf die Sommerweiden.

Das Kirgisen und Kasachen zusammen mit Deutschen und Usbeken, Russen und Ukrainern, Burjaten und Tataren hier gemeinsam einen von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhobenen Feiertag begehen, ist eine gute Nachricht – und gute Nachrichten brauchen wir alle nach dem langen und kalten Winter – genauso wie die gemeinsame Freude auf den Frühling über die Grenzen von Staaten und Religionen hinweg.

Noch ein paar Informationen zum Folklore-Ensemble „Turan“:

Das Ensemble wurde 2008 von Absolventen des Kasachischen Nationalen Konservatoriums „Kurmangasy“ gegründet. Zu ihm gehören Maksat Medubek, Bauyrzhan Bekmukhanbetov, Korlan Kartenbaeva, Serik Murmoldaev und Abzal Arykbaev. Sie spielen auf traditionellen kasachischen Volksinstrumenten wie zum Beispiel: Dombra, Sybyzghy, Shanhkhobyz, Saz-Syrnai, Sherter, Zhetigen. Abzal Arykbaev beherrscht außerdem die alte Kunst des Kehlgesanges. Die Gruppe hat zahlreiche Preise bei internationalen Wettbewerben gewonnen, u.a. in Europa, Südkorea und in den USA. Die Berliner konnten sie zuletzt beim Festival Young Euro Classic 2008 hören. Im Jahre 2009 führte die Gruppe während ihres USA-Gastspiels das Symphonische Poem „Dshamila“ auf – eine Komposition, die die kasachische Komponistin Aktota Raimkulova dem Andenken des kirgisischen Schriftstellers Tschingis Aitmatov widmete.

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